Du interessierst dich für Ernährung und Lebensmittel, bist aber unsicher, ob du lieber Ernährungswissenschaften studieren oder eine Lebensmitteltechnik-Lehre beginnen sollst?
In unserem Beitrag erfährst du, was beide Ausbildungen ausmacht, welche Voraussetzungen du dafür brauchst und wie die Berufsfelder dazu aussehen.
Was macht die Ernährungswissenschaft?
Die Ernährungswissenschaft beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Ernährung, Gesundheit und dem Stoffwechsel. Im Studium wird zum Beispiel untersucht, wie Nährstoffe im Körper wirken, welche Rolle Lebensmittel in der Prävention von Krankheiten spielen oder auch wie Ernährung gestaltet werden kann.
Was macht man im Ernährungswissenschaften-Studium?
Das Ernährungswissenschaften-Studium ist ein naturwissenschaftliches Studium, das Biologie, Chemie, Mathematik, Soziologie, Medizin, Lebensmittelwissenschaft, Forschung und Statistik miteinander verbindet.
Im Ernährungswissenschaften-Studium lernst du, Ernährung auch verschiedenen Ebenen zu verstehen. Dabei geht es weniger um Diätberatung als mehr darum, Prozesse im Körper zu analysieren und zu forschen.
Wo kann man Ernährungswissenschaften studieren?
In Österreich wird das Ernährungswissenschaften-Studium derzeit nur an der Universität Wien angeboten. Das Studium ist ein Bachelor-Studium und dauert in der Regel sechs Semester. Anschließend kannst du verschiedene weiterführende Masterstudiengänge der Uni Wien oder auch anderen Universitäten wie der BOKU anhängen.
Was sind die Voraussetzungen für ein Ernährungswissenschaften-Studium?
Für das Ernährungswissen-Bachelorstudium an der Uni Wien brauchst du die Universitätsreife, also eine Matura, eine Berufsreifeprüfung oder eine Studienberechtigungsprüfung (SBP).
Da die Nachfrage für das Studium sehr groß ist, gibt es hier außerdem ein Aufnahmeverfahren. Das Verfahren besteht aus mehreren Schritten, darunter die Online-Anmeldung sowie ein schriftlicher Test, der studienspezifisches Wissen, Textverständnis und allgemein-kognitive Kompetenzen testet.
Lies auch: Studienberechtigungsprüfung vs. Aufnahmeprüfung: Was ist der Unterschied?
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Was macht die Lebensmitteltechnik?
Lebensmitteltechniker:innen sind dafür verantwortlich, dass unsere Lebensmittel sicher, hygienisch und von guter Qualität sind. Sie arbeiten quasi als Schnittstelle zwischen Technik, Chemie und Ernährung, also dort, wo Rohstoffe zu fertigen Produkten verarbeitet werden.
Hauptaufgaben von Lebensmitteltechniker:innen sind unter anderem die Herstellung von Lebensmitteln, die Qualitätskontrolle, der Betrieb verschiedenster Maschinen und Anlagen, die Überwachung von Sicherheits-, Hygiene- sowie Umweltstandards und die Durchführung diverser berufsspezifischer Berechnungen. Sie sorgen dafür, dass Produktionsprozesse reibungslos funktionieren und die Produkte die geforderte Qualität einhalten.
Was macht man in der Lebensmitteltechnik-Lehre?
Im Gegensatz zum eher wissenschaftlich orientierten Ernährungswissenschaften-Studium ist die Lebensmitteltechnik-Lehre mehr praktisch und technisch ausgerichtet. Du lernst dabei direkt im Produktionsbetrieb, wie Lebensmittel hergestellt, kontrolliert und verpackt werden sowie wie du Qualitätskontrollen durchführst und deine Ergebnisse richtig dokumentierst.
Ein großer Unterschied zum Studium: Während der Lehre bekommst du bereits eine monatliche Lehrlingsentschädigung, also ein Gehalt.
Wie ist die Lebensmitteltechnik-Lehre aufgebaut?
In Österreich ist die Lebensmitteltechnik-Lehre eine duale Ausbildung, die 3,5 Jahre dauert und mit einer Lehrabschlussprüfung (LAP) abschließt. Das heißt, ein Teil deiner Ausbildung findet direkt im Lehrbetrieb statt, der andere Teil in der Berufsschule.
In der Schule werden dir alle wichtigen theoretischen Inhalte vermittelt, etwa Lebensmittelkunde, Verfahrenstechnik, Chemie und Qualitätsmanagement. Im Betrieb lernst du dann, dieses praktisch umzusetzen.
Nach erfolgreichem Lehrabschluss bist du Facharbeiter:in im Bereich Lebensmitteltechnik. Außerdem hast du verschiedene Möglichkeiten zur Weiterbildung und Spezialisierung, zum Beispiel im Qualitätsmanagement oder der Produktentwicklung.
Gut zu wissen: Wenn du bereits eine Matura hast, verkürzt sich die Lehrzeit in der Regel um ein Jahr. Du kannst also in etwa 2,5 Jahren deinen Lehrabschluss in Lebensmitteltechnik absolvieren.
Was sind die Voraussetzungen für eine Lebensmitteltechnik-Lehre?
Voraussetzung für eine Lebensmitteltechnik-Lehre ist die erfüllte 9-jährige Schulpflicht. Dabei ist kein bestimmter Schultyp verpflichtend. Ein technisches oder naturwissenschaftliches Interesse ist sicher von Vorteil.

Ernährungswissenschaften vs. Lebensmitteltechnik: Berufsfelder
Sowohl Absolvent:innen eines Ernährungswissenschaften-Studiums als auch Lehrabsolvent:innen der Lebensmitteltechnik arbeiten im großen Feld der Ernährung und Lebensmittelproduktion. Ernährungwissenschaftler:innen arbeiten allerdings meist konzeptionell und analytisch, während Lebensmitteltechniker:innen eher praktisch und technisch arbeiten.
Die Ernährungswissenschaft legt ihren Fokus auf die Wirkung von Ernährung auf den Menschen. Die Lebensmitteltechnik fokussiert sich im Gegensatz dazu auf die Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln in Produktionsbetrieben oder Labors.
Unterschiede im Überblick
| Ernährungswissenschaften | Lebensmitteltechnik | |
| Ausbildungsart | Universitätsstudium | Duale Lehre |
| Dauer | 6 Semester (Bachelor) | 3,5 Jahre (LAP) bzw. 2,5 Jahre bei vorhandener Matura |
| Zugang | Matura/Berufsreife/SBP + Aufnahmeverfahren | Positiver Pflichtschulabschluss |
| Schwerpunkt | Forschung, Gesundheit, Biochemie | Produktion, Technik, Qualität |
| Arbeitsweise | Theoretisch-analytisch | Praktisch-technisch |
| Vergütung | Keine Bezahlung während des Studiums (allenfalls Stipendien) | Bezahlte Ausbildung mit Lehrlingsentschädigung |
Ernährungswissenschaften oder Lebensmitteltechnik: Was passt also besser zu dir?
Beide Wege führen in die große weite Welt der Lebensmittel, aber mit unterschiedlichem Zugang und unterschiedlichem Ziel.
Wer gerne wissenschaftlich arbeitet, sich für Biologie, Chemie und Gesundheit interessiert und später forschend oder beratend tätig sein will, ist mit einem Ernährungswissenschaften-Studium gut dran. Wer hingegen lieber praktisch arbeitet, ein großes Interesse für Technik hat und direkt nach der Schule ins Berufsleben einsteigen will, für den ist womöglich die Lebensmitteltechnik-Lehre der passende Wer.
Ein richtig oder falsch, besser oder schlechter, gibt es hier aber nicht. Die Entscheidung liegt immer bei dir und was dich am meisten interessiert.
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