14 Mythen über Lernen und Aufnahmeprüfungen, die dich ausbremsen können
Wer sich auf eine Aufnahmeprüfung vorbereitet, bekommt unzählige Ratschläge. Manche stammen von Freund, andere von ehemaligen Bewerber:innen Lehrkräften oder aus sozialen Medien. Das Problem: Nicht jeder Tipp ist tatsächlich hilfreich. Manche Aussagen halten sich seit Jahren hartnäckig, obwohl sie von der Wissenschaft längst widerlegt wurden.
Gerade vor wichtigen Prüfungen wie dem MedAT, den Psychologie-Aufnahmetests oder anderen Aufnahmeverfahren an Universitäten und Fachhochschulen können solche Mythen unnötigen Druck erzeugen oder sogar zu schlechten Lerngewohnheiten führen.
Deshalb werfen wir einen Blick auf 14 weit verbreitete Irrtümer rund ums Lernen und zeigen, was aktuelle Erkenntnisse aus der Lernpsychologie und Bildungsforschung tatsächlich dazu sagen.
Mythos 1
❌ „Für den MedAT muss man ein Genie sein.“
✅ Die meisten erfolgreichen Kandidat:innen sind keine Genies. Der entscheidende Faktor ist meist eine strukturierte Vorbereitung über mehrere Monate. Gute Lernstrategien schlagen oft reines Talent.
Mythos 2
❌ „Wenn ich in Biologie schlecht war, brauche ich gar nicht antreten.“
✅ Schulnoten sagen überraschend wenig über das Ergebnis aus. Viele Teilnehmer:innen holen Wissenslücken gezielt auf und erreichen trotzdem sehr gute Ergebnisse.
Mythos 3
❌ „Wer den Aufnahmetest nicht schafft, ist für das Studium ungeeignet.“
✅ Aufnahmeprüfungen messen nur einen bestimmten Ausschnitt deiner Fähigkeiten. Viele schaffen den Test erst beim zweiten oder dritten Anlauf und werden später erfolgreiche Studierende.
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Mythos 4
❌ „Je länger ich lerne, desto besser werde ich.“
✅ Zehn Stunden unkonzentriertes Lernen bringen oft weniger als zwei Stunden mit einem klaren Plan. Qualität schlägt Quantität. Der Zeitpunkt ist prinzipiell wichtig, aber noch wichtiger ist, was du in dieser Zeit machst.
Mythos 5
❌ „An Fachhochschulen kommt man leichter hinein als an Universitäten.“
✅ Das hängt stark vom Studiengang ab. Manche FH-Studienplätze sind ähnlich stark oder sogar stärker umkämpft als vergleichbare Universitätsstudien. Auf einen Studienplatz kommen an Fachhochschulen durchschnittlich sogar mehr Bewerber:innen als an Universitäten.
Mythos 6
❌ „Psychologie studieren heißt Menschen analysieren.“
✅ Im Studium erwarten dich vor allem Statistik, wissenschaftliches Arbeiten und Forschungsmethoden. Menschen zu analysieren ist nur ein kleiner Teil davon.
Mythos 7
❌ „Wenn ich den Stoff einmal verstanden habe, kann ich ihn.“
✅ Verstehen ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, ob du das Wissen auch Tage oder Wochen später noch abrufen kannst.
Mythos 8
❌ „Ich lerne unter Druck am besten.“
✅ Viele verwechseln Adrenalin mit Produktivität. Kurzfristig funktioniert das manchmal, langfristig steigt aber die Fehlerquote und der Stress enorm.
Mythos 9
❌ „Top-Performer haben einfach mehr Motivation.“
✅ Die meisten erfolgreichen Kandidat:innen haben genauso schlechte Tage wie alle anderen. Der Unterschied ist, dass sie auch dann weitermachen.
Mythos 10
❌ „Mit den richtigen Lernunterlagen schaffe ich den Test automatisch.“
✅ Gute Unterlagen helfen, ersetzen aber keine konsequente Vorbereitung. Das beste Skript bringt wenig, wenn es ungelesen bleibt.
Mythos 11
❌ „Alle anderen sind viel besser vorbereitet als ich.“
✅ Fast jede Person vor einer Aufnahmeprüfung denkt genau das. Die meisten unterschätzen sich selbst und überschätzen die Konkurrenz.
Mythos 12
❌ „Ich muss schon genau wissen, was ich später beruflich machen möchte.“
✅ Viele Studierende ändern ihre Pläne während des Studiums mehrfach. Die erste Studienentscheidung muss nicht die letzte sein. Manche Studiengänge wie etwa Jus können schlussendlich auch zu verschiedenen Berufen führen.
Mythos 13
❌ „Multitasking spart Zeit beim Lernen.“
✅ Unser Gehirn wechselt nur schnell zwischen Aufgaben hin und her. Dabei geht Konzentration verloren und das Lernen dauert oft länger.
Mythos 14
❌ „Wenn ich nervös bin, werde ich sicher schlechter abschneiden.“
✅ Ein gewisses Maß an Nervosität ist völlig normal und kann die Aufmerksamkeit sogar steigern. Problematisch wird es erst, wenn die Nervosität die Vorbereitung ersetzt.
Fazit: Erfolgreiches Lernen ist oft weniger spektakulär als gedacht
Viele Lernmythen halten sich hartnäckig, obwohl sie wissenschaftlich längst widerlegt wurden. Erfolgreiche Kandidat zeichnen sich meist nicht durch außergewöhnliches Talent oder endlose Lernstunden aus, sondern durch die richtigen Lernmethoden, Regelmäßigkeit und eine gute Vorbereitung.
Wenn du dich auf eine Aufnahmeprüfung vorbereitest, lohnt es sich daher, gängige Ratschläge kritisch zu hinterfragen. Denn oft sind nicht die lautesten Tipps die besten – sondern jene, die nachweislich funktionieren.






