WISO-Aufnahmeprüfung 2026: „Es waren ein paar unerwartete Fallen drin“
Am 30. Juni 2026 traten im VIECON – Vienna Congress & Convention Center (Messe Wien) 5.356 Bewerber:innen zur Aufnahmeprüfung für das Bachelorstudium Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der WU Wien an. Für das Studium stehen 2.703 Studienplätze zur Verfügung. Wir haben direkt nach der Prüfung mit einigen Teilnehmer:innen gesprochen und nachgefragt, wie sie den Test erlebt haben.
„Eigentlich alles, was Stoff war“
Die meisten Befragten stuften die Schwierigkeit der Aufnahmeprüfung als mittel bis eher anspruchsvoll ein. Ein Teilnehmer bewertete den Test mit „einer Vier bis Fünf“, ein anderer mit „einer Sechs bis Sieben“.
Trotzdem war man sich einig: Inhaltlich entsprach die Prüfung weitgehend den Erwartungen.
„Eigentlich kam genau das, was wir auch in den Vorbereitungskursen an der WU durchgemacht haben. Es kam nichts, was man sich nicht auch erwarten hätte können“, erinnerte sich Sarah direkt nach dem Test.
Überrascht waren viele jedoch von der Art, wie die Fragen gestellt wurden.
„Es waren ein paar unerwartete Fallen drin“, betonte Sarah.
„Ich glaube, es war einfach die Formulierung, die diese Fallen größer gemacht hat. Wenn man sich die Aufgaben nur schnell durchliest, konnte man wirklich blöde Fehler machen“, ergänzte Testteilnehmerin Amelie.
Wirtschaftsteil umfangreicher als erwartet
Während Mathematik und Deutsch von vielen als gut machbar beschrieben wurden, sorgte vor allem der wirtschaftliche Teil für Überraschung.
„Ich würde sagen, der Wirtschaftsteil war am komplexesten. Da hätte man sich schon ordentlich mit der Theorie auseinandersetzen müssen“, betonte Sebastian nach seinem ersten Antritt. Studienbewerber Christoph pflichtete ihm bei: „Ich war überrascht, dass der Wirtschaftsteil so groß war. Ich habe von Freunden zuvor gehört, dass der Schwerpunkt eher beim Mathematikteil liegt.“
Wer bereits wirtschaftliche Vorkenntnisse aus der Schule mitbrachte, sah darin jedoch einen klaren Vorteil.

Genau lesen zahlt sich aus
Beim Zeitmanagement gingen die Erfahrungen auseinander. Manche wurden exakt rechtzeitig fertig, andere mussten am Ende einzelne Aufgaben raten.
„Mir haben tatsächlich ein paar Minuten gefehlt. Ich musste bei zwei, drei Mathe-Beispiele am Ende schon raten“, betonte Sarah.
Christoph meinte hingegen:
„Bei mir ist es sich genau ausgegangen. Ich bin zwei Minuten vor Schluss fertig geworden.“
Ein Punkt wurde jedoch von mehreren Personen angesprochen: Die Aufgaben mussten sehr genau gelesen werden.
„Ich habe beim zweiten Durchlesen erst realisiert, dass ich bei manchen Aufgaben etwas ankreuzen musste und bei anderen nicht. Da merkt man, wie schnell Flüchtigkeitsfehler entstehen können“, so Sarah.
Ruhige Atmosphäre trotz Nervosität
Obwohl heuer deutlich weniger Studienplätze im Vergleich zu Bewerbungen vergeben werden, wurde die Stimmung vor Ort als angenehm beschrieben.
„Der Testverlauf war voll okay. Es war alles ruhig und ich konnte mich eigentlich nicht beklagen“, betonte Christoph.
Vor Prüfungsbeginn war die Nervosität allerdings durchaus spürbar.
„Ich komme frisch von der Maturareise und hatte nicht so viel Zeit zum Lernen. Da war die Nervosität schon höher“, erklärte Amelie.
Für andere verschwand die Anspannung mit dem Prüfungsstart schnell wieder.
„Davor war ich ziemlich nervös, aber als die Prüfung begonnen hat, war die Nervosität weg“, erinnerte sich Christoph zurück.
„Bitte lernen und nicht einfach hingehen“
Zum Abschluss wollten wir wissen, welchen Rat die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zukünftigen Bewerberinnen und Bewerbern geben würden. Die Antworten fielen eindeutig aus.
„Bitte lernen und nicht einfach hingehen und sagen: ‚Irgendwie haut das schon hin’“, betonte Sarah. Ähnliches war auch von anderen Studienbewerber:innen zu hören.
Fazit
Die Eindrücke der diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen ein klares Bild: Die WU-Aufnahmeprüfung 2026 war fair, aber keineswegs zu unterschätzen. Der Stoff entsprach zwar weitgehend den Erwartungen, doch geschickte Formulierungen, ein umfangreicher Wirtschaftsteil und gutes Zeitmanagement machten den Unterschied. Wer sich rechtzeitig vorbereitet und die Aufgaben sorgfältig liest, verschafft sich die besten Chancen auf einen der begehrten Studienplätze.






